Geht es um das Weihnachtskonzert der Jungen Philharmonie Neuwied, strömen traditionsgemäß die Zuhörer herbei. So war es auch am 14. Dezember 2025, als der Kirchensaal der Brüdergemeine sprichwörtlich bis zum letzten Platz gefüllt war. Möglicherweise war das Programm der ersten Hälfte der Grund: Bei dem Doppelkonzert von Johann Sebastian Bach für Violine und Oboe und Streichorchester waren Isabelle Roger und Monika Contarino die Solistinnen, die mit ihrem eindrucksvollen Spiel das Konzert sehr abwechslungsreich und lebendig gestalteten, wobei Violine und Oboe das Tänzerische in der Bach’schen Konzert-sprache zum Ausdruck brachten.

Den weiteren Höhepunkt des Konzertes setzte Corinna Mitterer, Rheinische Philharmonie, mit ihrem Kontrabass im Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 1 h-moll. Schon beim Betreten des Saales konnte man bewundern, wie sie spielerisch mit dem nicht gerade leichten Instrument umging. Dieser Eindruck setzt sich aber dann musikalisch fort: Sie bewältigte die schwierigsten Passagen, einschließlich Tonsprüngen über mehr als eine Oktave und virtuoser Läufe spielerisch auf dem Instrument, wobei insbesondere der Schluss des ersten Satzes und der letzte Satz eine Demonstration an Schnelligkeit und Genauigkeit waren. Dementsprechend intensiv war der Beifall.

Nach der Pause stand die 1. Symphonie c-Moll von Emilie Mayer auf dem Programm. Dem Dirigenten Andreas Weis gelang es auch hier, von dem Orchester großmögliche Konzentration zu fordern, so dass bei der doch recht langen Symphonie die Aufmerksamkeit nicht nachließ und das Kompositionsgeschick der noch sehr unbekannten Komponistin demonstriert werden konnte. Es gab sogar „standing ovations“, wobei anstelle einer Zugabe mit dem Weihnachtslied „Maria durch ein Dornwald ging“ das Konzert abgeschlossen wurde.